Verlegeplan statt Faustformel
Die meisten Rechner im Netz multiplizieren Länge mal Breite, schlagen zehn Prozent auf und nennen eine Paketzahl. Das reicht für den Einkauf ungefähr, sagt aber nichts darüber, wie der Boden am Ende tatsächlich liegt: wie breit die letzte Reihe wird, wo die Stoßfugen sitzen und welche Reststücke wiederverwendbar sind.
Dieser Rechner verlegt den Raum Reihe für Reihe. Das Abschnittstück am Ende einer Reihe beginnt – wie beim Verlegen üblich – die nächste Reihe, sofern es lang genug ist und der Fugenversatz stimmt. Heraus kommt ein maßstäblicher Plan mit allen Zuschnittmaßen und die tatsächlich benötigte Materialmenge.
Warum der Verband den Verschnitt bestimmt
Beim Drittel- oder Halbverband beginnt jede Reihe mit einem festgelegten Bruchteil einer Diele. Das sieht regelmäßig aus, erzeugt aber Abschnitte, die nicht immer weiterverwendet werden können. Beim wilden Verband richtet sich die Anfangslänge nach dem, was übrig ist – dadurch sinkt der Verschnitt oft von über zehn auf wenige Prozent. In einem Raum von 3,6 × 4,5 m macht das je nach Format acht Pakete gegenüber sieben aus.
Die letzte Reihe
Bleibt für die letzte Reihe nur ein schmaler Streifen übrig, bricht er beim Einklicken leicht und wirkt unsauber. Deshalb teilt der Rechner in diesem Fall die erste und die letzte Reihe gleichmäßig auf. Diesen Kniff wenden Verleger routinemäßig an, er ist aber in keiner Verlegeanleitung als Rechnung hinterlegt.
Dehnungsfuge
Laminat, Vinyl und Parkett arbeiten mit der Luftfeuchte. Ohne umlaufenden Abstand zur Wand wölbt sich der Boden auf. Üblich sind 10 bis 15 mm, bei Räumen über acht Metern Länge entsprechend mehr. Die Fuge verschwindet später unter der Sockelleiste.
Fugenversatz
Die Stoßfugen benachbarter Reihen sollen nicht zu dicht beieinanderliegen – bei Klicksystemen meist mindestens 300 mm, bei manchen Herstellern 400 oder 500 mm. Der Rechner prüft jede Reihe und meldet, wenn eine Fuge zu nah an der Nachbarfuge sitzt. Die genaue Vorgabe steht in der Verlegeanleitung deines Herstellers und geht dieser Empfehlung vor.
Passend dazu
Sockelleisten für denselben Raum rechnet der Leistenzuschnitt aus. Für Unterkonstruktionen und Plattenwerkstoffe gibt es den Plattenzuschnitt.
Häufige Fragen
Wie viel Reserve soll ich einplanen?
Fünf Prozent sind bei geraden Räumen üblich, zehn bei verwinkelten Grundrissen oder Diagonalverlegung. Der Zuschlag deckt Fehlschnitte ab und lässt Material für spätere Ausbesserungen übrig – Dekore laufen aus, Nachkaufen ist Jahre später oft nicht mehr möglich.
Gilt das auch für Vinyl und Parkett?
Ja. Die Rechnung hängt nur an den Maßen, nicht am Material. Für Klick-Vinyl, Fertigparkett und Massivdielen gelten dieselben Regeln, lediglich die empfohlenen Mindestmaße für Fugenversatz und Reststücke unterscheiden sich je nach Hersteller.
Und bei verwinkelten Räumen?
Der Rechner geht von einem rechteckigen Raum aus. Bei Nischen und Erkern rechnest du den größten Rechteckbereich und addierst die Nebenflächen separat – oder du legst das umschließende Rechteck zugrunde und behandelst die fehlenden Flächen als zusätzliche Reserve.
Werden meine Maße gespeichert?
Nein. Die Berechnung läuft vollständig in deinem Browser, es werden keine Daten an einen Server geschickt.